So habe ich das Laufen lieben gelernt

omar-t.de Personal Trainer München - So habe ich das Laufen lieben gelernt

 Der erste Absatz mag manche vielleicht etwas verwundern, aber auch als Personal Trainer hat man nicht alles von klein auf gemacht. Und auch ein Personal Trainer kann das Gefühl gut aus eigener Erfahrung kennen, sich zu irgend etwas überreden zu müssen. Lies einfach selbst, wie ich zum Laufen gekommen bin:

 

Immer wieder sagte ich mir, ich muss auch was für meine Ausdauer tun. Also nahm ich mir immer wieder vor Laufen zu gehen. Nie aber wurde etwas daraus. Die Liste der Ausreden war lang, bis ich mich doch dafür entschieden hab, wenigstens 2 mal die Woche nach dem Kraftsport für 30 Minuten auf´s Laufband zu gehen. Die Entscheidung fällte ich aber nicht irgendwann unter Tags, sondern als ich im Fitnessstudio war und mir wieder einmal sagte, ich muss mehr für meine Ausdauer tun. Also ging ich einfach direkt auf´s Laufband und legte los.

Die Entschlossenheit ab jetzt 2 mal die Woche Laufen zu gehen, wich der Langeweile auf dem Laufband. Trotz Fernseher war mir nach 20 Minuten schon so langweilig, dass ich es kaum noch aushielt und statt den vorgenommenen 30, insgesamt nur 25 Minuten absolvierte – und das zähneknirschend. Das ging insgesamt 3 mal gut. Am geplanten vierten Tag kam es aber anders.

 

3 Tage reichten, um zumindest eine kleine Eingewöhnung ans Laufen zu bekommen. Doch noch einen Tag auf dem Laufband würde ich nicht mehr schaffen. Diese Langeweile hielt ich nicht mehr aus. Ich ging mit dem festen Willen nach Hause, heute es mal draußen zu versuchen. Also schnell nach Hause und rein in die alten Straßenschuhe.

So bin ich am 1. November 2011 (das Datum war reiner Zufall) einfach losgelaufen. Es war kein gutes Wetter an diesem Tag. Es regnete leicht, aber beständig. Die Bäume hatten ihre Blätter überwiegend verloren, nur noch wenige braune und gelbe hingen noch an ihren Ästen. Eine Jahreszeit, die ich bis zu diesem Tag ausschließlich hasste. Aber das änderte sich an diesem Tag.

Die kühle Luft war ideal zum Laufen, durch den Regen war ich fast allein an der Isar. Und obwohl ich die kargen Bäume im Spätherbst nicht mag, erfreute ich mich an ihnen. Die Natur auf diese Art und Wiese (also beim Laufen) zu entdecken, empfand ich als aufregend neu und es war für meinen Kopf noch besser, als ihn im Fitnessstudio freibekommen zu wollen. Vom Alltag abschalten bekam eine damals noch völlig neue Bedeutung für mich.

Ich bin zwar bis heute kein Freund von schlechtem Wetter, aber auch aus diesem Wetter seinen Nutzen ziehen zu können, das ist mir bis dahin nicht in den Sinn gekommen. So lief ich an diesem Tag die ankommende Winterdepression weg und kaufte mir noch am selben Abend meine ersten Laufschuhe.

 

Heute – 8 Jahre und 1 Monat später – kann ich sagen, ich habe mehrere Wettläufe hinter mir und bin sogar Personal Trainer geworden. Neben dem ursprünglichen Grund, mehr für meine Ausdauer zu tun, ist seit dem Tag ein weiterer hinzugekommen: Die Natur zu genießen, egal welches Wetter gerade ist.

 

Mein Tipp für dich: Lass es ruhig angehen. Erst mal einfach nur raus und laufen, so lange du Lust hast. Ohne Druck, irgend eine Distanz oder Zeit schaffen zu müssen. Lass Handy und Uhr zu Hause und genieße lieber die Zeit für dich, ohne Stress von außen – einfach die Umgebung auf dich wirken lassen. Das ist meiner Meinung nach die beste Motivation, es wieder tun zu wollen.

 

 

 

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