Mein Marathonerlebnis 2014

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Heute vor 4 Jahren habe ich am München Marathon teilgenommen. Denke ich an diese Zeit zurück, bin ich immer wieder über meine Leistung erstaunt. Denn ohne lange Vorbereitung, als noch Angestellter in Vollzeit und ohne mein Krafttraining zu vernachlässigen, habe ich meine erhoffte Zielzeit sogar übertroffen.

 

 

 

Jetzt aber der Reihe nach.

 

Ich habe mich für dir Teilnahme am Marathon entschieden, weil ich schon Erfahrungen in der Halbmarathon Distanz gesammelt habe und der Marathon nun mal die Königsdisziplin für jeden Freizeitläufer ist. Also habe ich mal in meinem Laufbuch geblättert und nach einem Trainingsplan gesucht, der für mich in meiner damaligen Situation sowohl zeitlich, als auch körperlich (wegen dem jahrelangen Krafttraining) möglich erschien. Zudem hatte ich ja auch meine Erfahrung aus den Halbmarathon Läufen und den Richtwert anhand der Halbmarathon Zeiten, um zu entscheiden, welche Zeit ich laufen will.

 

Ich entschied mich für den Trainingsplan, der mich in 10 Wochen fit für die 42,2 Kilometer mit einer Zielzeit von 3 Stunden und 45 Minuten machen sollte. Der Trainingsplan bestand aus 4 Läufen in der Woche. 2 Wochen hatten Distanzen von je einem 30 und einem 32 Kilometer Lauf und in einer Woche ein gesamtes Laufvolumen von sogar 71 Kilometer. Die Vorbereitung war also eher kurz, aber knackig und auch nur zu schaffen, wenn man vorher schon ein Trainingsvolumen von mindestens 35 Kilometern pro Woche hatte.

 

 

 

Am Marathon Tag selbst empfand ich mich als vollkommen gesund und fit und wollte unbedingt meine Zeit schaffen. Die Aufregung war genauso groß wie die Freude und somit habe ich die gefühlt überschüssige Energie für ein ausgiebiges Aufwärmprogramm genutzt – wobei das bei der Kälte morgens im Oktober auch bitter nötig war.
Dann ging´s endlich los. Tempo halten war angesagt, nicht von der Masse leiten lassen und zu schnell werden. Jeden Kilometer habe ich die Zeit gestoppt, um immer nur kurze Zeiten auf meiner Uhr zu sehen (den psychologischen „Trick“ dachte ich mir mal bei einem Halbmarathon aus). Mit den Kilometern kam aber immer mehr das Gefühl, dass das mein Tag werden sollte. Kilometer um Kilometer machte ich etliche Sekunden gut und fühlte mich selbst nach der Hälfte der Strecke noch immer topfit. Und das gute an dem Marathon in München ist ja, dass erst im letzten Drittel die Strecke interessant wird, weil sie erst dort durch die Innenstadt führt, wo nicht nur die schöne Architektur von den Qualen ablenkt, sondern auch die vielen Zuschauer am Rande der Straßen. Und so lies ich mich ca. ab Kilometer 27 von anfänglichen Schwächeanzeichen noch leicht ablenken, was sich aber im Verlauf noch ändern sollte. Ab Kilometer 32 wurd´s nämlich langsam wirklich hart und Ablenkung durch Beobachtung wurde immer mehr zur größten und schwierigsten Aufgabe. Denn die Beine liefen noch ohne Schmerzen, aber der Kopf sagte, dass es langsam genug sei. Doch ab Kilometer 37 wurde es wirklich hart. Die Beine schmerzten, der Kopf spielte nicht mehr mit und alles um mich herum wurde mir scheissegal. Das gut Zureden brachte nur was für 2 Sekunden, ehe sich das „gib doch auf, alles schmerzt“ wieder durchsetzte. Aber genau in diesen letzten 5 Kilometer half mir der Trick mit der Uhr. Denn ich wollte unbedingt meine Zeit halten und die etlichen gewonnenen Sekunden der ersten Hälfte nicht hergeben. Also galt jetzt nur noch eins: Zielzeit je Kilometer halten. All die Schmerzen waren egal, der Kopf war leer und die Augen schauten immer wieder auf die Uhr, während der Köper wie in Trance versetzt nichts mehr spürend nur noch eine Richtung kannte: zum Ziel.

 

Das Olympiastadion zu sehen, war dann (ca. einen Kilometer vor dem Ziel) das schönste überhaupt. Als dann noch die Musik aus dem Stadion dazu kam, war alles wie vergessen. Der Einlauf durch das Marathontor und die letzte Runde durch dieses geschichtsträchtige Stadion...

 

...Atemberaubend!

Im Ziel angekommen musste ich mich schon beinahe konzentrieren, um zu begreifen, was da passiert ist. Mein Kopf war leer und mein Körper verlangte erst mal nur nach Kohlenhydraten und Wasser.
Erst als ich die Treppen zum Stadionausgang hinaufging, wurde mir bewusst, dass ich es geschafft habe und plötzlich kamen mir die Tränen einfach so aus den Augen gekullert. Einen derartigen Ausbruch von Glückshormonen kannte ich bis dahin auch noch nicht.

Zu Hause angekommen gab´s neben einer riesigen Portion Nudeln auch die Ergebnisse im Internet zu bestaunen. Statt der 3:45 Std., brauchte ich sogar nur 3:31 Std. - besser konnte es nicht laufen!

 

 

 

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