Healthystyle - Gesundheit als Lifestyle

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Healthystyle ist der Begriff für den neuen Lifestyle unserer Zeit. Selbstoptimierung mit Gesundheit gleich zu setzen ist neu und genau darin liegt der Trend. Wer mit der U-Bahn fährt, sieht bestimmt auch viele Menschen im abendlichen Berufsverkehr mit Sportkleidung oder Yogamatten. Grüne Smoothies sollen uns noch vitaler machen und gesunder Mahlzeitersatz sein. Weil ich Trends generell kritisch gegenüberstehe, will ich als Personal Trainer mal ein paar Gedanken zu diesem Thema äußern.

 

Laut einer Studie von der ich letztens gelesen habe, setzen 56 Prozent der Deutschen Gesundheit mit körperlicher Fitness gleich. Fast genauso viele setzen auch Arbeits- und Leistungsfähigkeit mit Gesundheit gleich. Immer mehr Menschen sehnen sich danach, noch im hohen Alter gesund und fit zu sein. Das hat einerseits mit dem verstärken Wunsch nach ewiger Jugend zu tun, andererseits aber vor allem auch damit, dass sich die Zeiten geändert haben. Das Rentenalter wird immer weiter raufgesetzt, somit müssen die meisten Menschen länger fähig sein ihrer Arbeit nachzugehen. Außerdem verändert sich die Gesellschaft im Bezug auf das Familienleben. Mehr und mehr Menschen leben auch im Alter alleine oder in teils kurzen Beziehungen. Körperliche Fitness ist also eine Voraussetzung das Leben so lang wie möglich selbstbestimmt zu leben.

 

Dadurch eröffnete sich ab den 90er Jahren ein neuer Markt, der sogenannte zweite Gesundheitsmarkt. Angefangen von funktionellen Lebensmittel wie probiotische Joghurts und Sportgetränken, bis hin zu Billigfitnessstudioketten. Der Branchenumsatz soll noch vor dem Jahr 2020 auf 100 Milliarden steigen. Vor allem durch die Smartphones können eine Vielzahl von Produkten jederzeit genutzt werden.

Das Thema ist aber nicht nur für Otto Normalverbraucher, sondern auch vermehrt für Arbeitgeber interessant. Ob Gesundheitsmanagement oder Work-Life-Balance, immer mehr Geld wird in die Leistungsfähigkeit der Arbeitnehmer investiert.

 

Bewegung und eine gesunde Ernährung sind wichtig für die eigene Zufriedenheit. Was ich aber daran auszusetzen habe ist, dass dieser Trend wie alle Trends bis zum erbrechen ausgereizt wird. Die Glaubwürdigkeit geht dabei fast immer verloren. Wenn angebliche Wissenschaftler Studien veröffentlichen und passende Mittel verkaufen, dann kann der Trend schnell zum gegenteiligen Effekt führen. Fertignahrung wird sicher nicht besser, wenn es mit künstlichen Vitaminen angereichert wird. Das gilt vor allem für Süßigkeiten, die Kindern guten Gewissens zur Ruhigstellung gegeben werden, nur weil sie weniger Zucker beinhalten und mit Vitaminen angereichert wurden. Auch ist es nicht gut, wenn Firmen ihre Mitarbeiter dazu auffordern mehr für die Gesundheit zu tun, während die Wochenarbeitszeit und das Arbeitspensum ständig erhöht werden. Das einzige wozu dann Sport führt, ist ein Burnout. Stressabbau sieht anders aus und das gilt nicht nur für die Arbeit. Superfoods, funktionelle Sportkleidung im Alltag und Tracking-Apps sind nicht nur Zeichen einer Selbstoptimierung, die Gesundheitsbewusstsein genannt wird, sondern längst auch Statussymbole.

Da gibt es eben nicht nur die Gewinner, die uns überall präsentiert werden. Eben nicht all jene, die es vom Moppelchen zum sexy Athleten geschafft haben. Sondern auch jene, die der Zwang zur Perfektion überfordert. Diejenigen nicht zu vergessen, die dieser Trend in die Depression geführt hat, weil das Streben nach Perfektion 24/7 Stress bedeutet.

 

Im Personal Training geht es mir deshalb darum, Bewusstsein zu vermitteln. Bewusstsein dafür, was gut tut und was zu viel ist. Nur wer das erlernt, lernt sich seiner selbst bewusst zu sein – wird somit Selbstbewusstsein und Zufriedenheit erlangen. Egal ob Krafttraining bzw. Muskelaufbau, Functional Training oder Lauftraining Sport muss Spaß machen, auch wenn man nicht in jeder Einheiten an die absolute Leistungsgrenze geht. Zu wissen was man kann und wo die Grenzen sind, sowie der Mix aus progressiven und regelmäßigen Trainingseinheiten und der Regeneration, macht aus Sport einen Bewusstseinsgeber für das gesamte Leben. Was das Übertraining im Sport, ist ein zu hohes Arbeitspensum im Arbeitsalltag. Die gesunde Mischung machts also.

 

Fazit: Disziplin heißt nicht, nie faul sein zu dürfen. Gesundheit heißt auch mal schwach zu sein. Und Zufriedenheit ist nicht ewiges Glück, sondern Gelassenheit und das Wissen, den eigenen(!) Ansprüchen gerecht zu sein.

Deshalb mein Motto (nicht nur im Personal Training): sportlich bewusst leben

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