Functional Training - wie ich es im Personal Training einsetze und warum es so viele falsch interpretieren

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Functional Training, oder zu Deutsch „funktionelles Training“, beschreibt ein spezifisches Training, dass immer versucht, den gesamten Körper bei einer Übung mit einzuschließen. Isolierte Übungen wie im Fitnessstudio an Maschinen sind also tabu. Die Befürworter von Functional Training behaupten, das Training muss alltagsnah oder sportartspezifisch sein, um es Functional Training bezeichnen zu dürfen. Jetzt war für mich aber von Anfang an die Frage, was sind alltagsnahe Bewegungen und werden sie im Functional Training wirklich nachgeahmt?

Funktionelle Bewegungen sind solche, die sicher ausgeführt werden, zielführend sind und effizient, also schnellst möglich zum Ziel führen. Dies gilt sowohl für den Alltag, als auch sportartspezifisch. Wenn ich mir Übungen ansehe, die dem Functional Training zugeschrieben werden, dann frage ich mich auch, wer sich denn bitte so im Alltag bewegt?! Klar, die Bewegungsprofile vieler Menschen sind grundsätzlich schlecht und können durch das Functional Training zum Positiven beeinflusst werden und dann sind bestimmte Übungen wie Kniebeugen alltagsnah. Doch zum Einen sieht der Alltag von uns allen anders aus, dementsprechend führen wir unterschiedliche Bewegungsabläufe mal seltener und mal öfters aus. Zum Anderen erleichtern uns Maschinen und Computer immer mehr den Alltag, wodurch die Frage aufkommt, wo und wie oft wir unseren Körper denn noch wirklich beanspruchen? Noch dazu kommt, dass seit dieser Trend auch den Mainstream erreicht hat, fast jede Eigengewichtsübung als Funtional Training verkauft wird. Das ist schlicht und ergreifend Geldmacherei und hat mit Functional Training nichts am Hut!

 

Was verstehe ich also nun unter Functional Training und wie setze ich es im Personal Training ein? Funktionelles Training im eigentlichen Sinn, setze ich im Reha-Sport oder bei einem spezifischen Training für die Vorbereitung auf einen Wettlauf ein. Denn hier muss das Personal Training wirklich funktionell sein, um den Klienten zielgerichtet zu betreuen. Leidet beispielsweise ein Klient an Schmerzen (welchen Ursprungs auch immer), so kann ich mit den passenden Kraftübungen für mehr Stabilität und mit Faszientraining für mehr Entspannung, sowie Mobilität sorgen und dadurch die Schmerzen bekämpfen. Somit setze ich dann spezielle Übungen ein, die eine bestimmte Funktion haben und somit funktionell sind.

 

Das was viele als Functional Training bezeichnen, würde ich eher als Athletiktraining bezeichnen. Denn dieses beinhaltet das Training aller motorischen Fähigkeiten und ist somit in seiner Ausrichtung auf die Gesundheit bei gesunden Menschen genauso funktionell. Doch im Athletiktraining sind auch isolierte Übungen erlaubt, da diese die motorische Fähigkeit der Kraft erheblich steigern können. Warum also einen gesunden Menschen nicht auch isolierte Übungen machen lassen? Aber vielleicht ist ein zentraler Punkt der Diskussion, was denn nun Functional Training ist, einfach nur der, der Begrifflichkeit.

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