Erst Stress, dann noch ganz schnell zum Sport

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Sport ist mittlerweile mehr als nur körperliche Ertüchtigung um etwas für die Gesundheit zu machen. Sport soll Ausgleich zum alltäglichen Wahnsinn darstellen, den wir uns durch Arbeit und Zeitdruck antun. Zugleich wollen immer mehr Menschen durch Sport ihre Zielstrebigkeit durch Selbstoptimierung trainieren. Doch das ist eine Rechnung, die nicht aufgehen wird!

 

Erst haben wir Stress beim Aufstehen und uns für die Arbeit fertig machen, dann auf dem Weg zur Arbeit durch das dichte Gedränge der Innenstädte und in der Arbeit selbst muss auch alles immer effektiver laufen. Nach der Arbeit wieder durchs Gedränge, Einkäufe und andere Dinge erledigen, am besten noch etwas auf dem Sofa entspannen und ja nicht zu spät schlafen gehen, um noch genügend Schlaf zu bekommen (und der soll auch möglichst erholsam, also effektiv sein). Als ob das nicht reicht, soll natürlich auch noch Sport in mitten des straffen Zeitplans für mehr Ausgleich und Gesundheit herhalten. Aber genau da liegt bei den meisten schon der Fehler. Denn mal schnell ins Fitnessstudio oder bisschen Laufen gehen bringt nicht den Ausgleich und die Gesundheit, die man sich davon erwünscht. Wenn der Alltag ohnehin schon so stressig ist, dann findet sich darin sicher auch keine ausreichende Zeit mehr für ein ganzheitliches und gesundheitsförderndes Training. Sport ist somit nur noch ein weiterer stressiger Teil unseres Alltags und kann gar nicht mehr Ausgleich und gesundheitsfördernd sein.

 

Der Fehler? Der gesamte Alltag! Für viele hört sich das unvorstellbar an, aber es ist so: Wer gesund leben will, muss sich auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben beschränken und dazu gehört sicher nicht die Arbeit, die aber die meiste Zeit in unserem Leben beansprucht. Nur wer viel besitzen und konsumieren will, oder sich ausbeuten lässt, muss auch viel Arbeiten. Unser menschlicher Ursprung ist das Leben in der Natur. Heute arbeiten wir, statt unsere Nahrung zu sammeln, zu jagen oder selbst anzupflanzen. Unsere Behausungen bauen wir nicht mehr in der Gemeinschaft selbst, sondern kaufen oder mieten sie. Und wenn alles lebensnotwendige da war – und das war nicht so viel – gab es viel Zeit zu entspannen, die wir heute nicht mehr haben. Wer sich tagsüber genügend bewegt, braucht auch nicht ins Training zu gehen. Sport zu treiben ist also eigentlich genau das Gegenteil eines gesunden Lebensstils. Das was uns ursprünglich fit gehalten hat, gibt es nicht mehr. Immer weniger Bewegung und immer mehr Stress müssen jetzt in immer weniger Zeit ausgeglichen werden – das hat mit unserer menschlichen Natur nichts mehr zu tun.

 

Ich bin selbst nicht davon befreit, weil ich auch in dieser Gesellschaft, diesem System lebe. Sport macht auch mir sehr viel Spaß und nicht zuletzt bin ich deshalb Trainer geworden. Aber ich habe mich entschlossen wieder einen natürlicheren Weg zu gehen und dem Wahnsinn innerhalb dieses Systems (so weit es funktioniert) zu entgehen. Ich kann es nur jedem und jeder empfehlen über das eigene Sein nachzudenken und etwas zu verändern!

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