Fitness-Apps und Co. - weg damit!

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Bereits mehr als 30.000 Apps gibt es zum Thema „Gesundheit und Fitness“, nochmal so viele zum Thema „Sport“. In Verbindung mit Fitnessarmbänder und smarten Uhren zählen die Apps Schritte, messen Kalorienverbrauch, Puls und Blutzuckerspiegel und sagen uns, wie gut wir schlafen. Wer sie nutzt, soll genau kontrollieren, ob er die selbstgesteckten Ziele erreicht – ob es ums Abnehmen geht, um neue sportliche Bestleistungen oder darum, gesünder zu leben. Ganz nebenbei wird auf spielerisch, smarte Weise die gesellschaftliche Doktrin der ständigen Selbstdisziplinierung und -optimierung verinnerlicht. Für moderne Leistungsträger gehören die hippen Fitnessarmbänder als funktionales Lifestyle-Accessoire bereits zum Standard. Mit Abschalten vom getakteten Alltag ist spätestens dann Schluss, wenn Smartphone oder Pulsuhr ständig Piepsen. Ganz abgesehen davon, dass die meisten sich nicht mal eine Stunde im Training auf sich konzentrieren können, stattdessen im Minutentakt auf ihr Smartphone starren müssen. Der Sport wird durch die ständige Selbstoptimierung zur Belastung und der Endorphinausstoß dadurch verringert. Das Gefühl für den eigenen Körper geht verloren, weil psychische und physische Belastungsgrenzen des Tragenden selbst von dem smartesten Gerät nicht erkannt werden, diesen Geräten aber jegliche Autorität über unseren Körper gegeben wird.

 

Während sich Patienten und Ärzte bislang noch erfolgreich gegen den staatlich verordneten Funktionsausbau der elektronischen Gesundheitskarte zur digitalen Patientenakte wehren, lassen Google und Apple diesen konfliktreichen Aushandlungsprozess links liegen, indem sie das Smartphone von der Fitness- zur vollständigen Gesundheitszentrale ausbauen. GoogleFit und Apple Health Kid fordern zur optimalen Gesundheitsbetreuung auf dem Smartphone, die digitale Verwaltung von Arzt- und Laboruntersuchungen inklusive Medikation, sowie die Eingabe der Ernährungsgewohnheiten. Dass mit diesen Daten Geld verdient wird, ist kein Geheimnis. Ist man privat versichert und hat zur Zeit gesundheitliche Probleme, so können sich solche Apps schnell negativ auf den Beitrag oder bei einem Kassenwechsel auswirken.

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